Der Mensch ist keine Maschine – Work-Life-Balance in der neuen Arbeitswelt

In einer Zeit, in der eine neue Generation von Arbeitnehmern immer flexiblere Arbeitsszenarien erwartet, hat die Pandemie Unternehmen nun dazu gebracht, starre Konzepte zu hinterfragen, Workflows zu überdenken und den Produktivitätsbegriff neu zu definieren.

Für einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil müssen Talente angeworben, langfristig gebunden und weiterentwickelt werden. Dabei ist es von entscheidender Bedeutung, die passenden Voraussetzungen für eine optimale Work-Life-Balance zu schaffen, was im Prinzip einer einfachen ROI-Gleichung entspricht.

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Um dieses Thema ging es auch in einem interaktiven Webinar von AVIXA, das mit seinen zahlreichen interessanten Einblicken als Inspiration für diesen Blogbeitrag diente.

Moderiert wurde die Veranstaltung von Simon Hayes und Gunnar Kyvik von Sharp/NEC, Gastbeiträge lieferten Vertreter von Fusion Spaces und Huddly.

Zur Aufzeichnung des AVIXA-Webinars

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Als sich die Unternehmenswelt pandemiebedingt auf unbekanntes Terrain vorwagen musste, rückten mit einem Mal die sehnsüchtig erwarteten agilen Workflows der Zukunft ins Blickfeld. Ein Wandel, der sich normalerweise über gut zehn Jahre hinzieht, geschah nun innerhalb weniger Monate und brachte die Geschäftswelt dennoch nicht zum Erliegen.

Ein nicht unerheblicher Faktor für diesen Erfolg war die Technologie: Sie ermöglichte den reibungslosen Übergang ins Homeoffice, während IT- und AV-Teams bei der Lösung komplexer Sicherheits- und Infrastrukturfragen wahre Wunder wirkten. Allen Widrigkeiten zum Trotz hat dieser radikale Wandel funktioniert – und zwar so gut, dass viele Unternehmen ihn nicht mehr zurückdrehen werden. Die Arbeitswelt hat sich nachhaltig verändert.

Selbstbestimmtes Arbeiten erfordert Vertrauen und Empathie.

Während wir 2020 kaum eine andere Wahl als Homeoffice hatten, wird uns die Zeit nach der Pandemie spannende Möglichkeiten für ganz neue Arbeitsmodelle bieten. Wie diese genau aussehen werden, bleibt abzuwarten und hängt von der bisherigen und zukünftigen Entwicklung der jeweiligen Unternehmenskultur ab.

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Das Homeoffice war für viele Unternehmen kein Wunschszenario, denn es setzt ein gewisses Maß an Vertrauen und Empathie voraus. Wenn Unternehmen sich aber nachhaltig weiterentwickeln und neue Erfolgschancen nutzen möchten, müssen Sie ihr Verständnis von Produktivität überdenken und erkennen, dass diese eng an das Wohlbefinden der Belegschaft geknüpft ist.

Der Mensch ist keine Maschine: Nur wer sich gut fühlt, leistet auch gute Arbeit. Stress und Ängste hemmen unweigerlich die Kreativität und damit auch die Produktivität. Stress ist etwas sehr Individuelles. Er kommt in unterschiedlichen Ausprägungen daher und jeder Mensch reagiert anders darauf.

Stress ist ein sehr komplexes Phänomen, das den Rahmen dieses Blogbeitrags definitiv sprengen würde. Es ist jedoch ein Grundbedürfnis, in einem harmonischen Umfeld zu arbeiten, das Vorteile für alle Seiten bietet – ein Bedürfnis, dem Unternehmen mit flexibleren Arbeitsmodellen und einer von Verständnis geprägten Kultur gerecht werden können.

Ob Unternehmen in entsprechende Tools investieren, um ihre Belegschaft optimal zu unterstützen, ist am Ende des Tages eine simple Frage des ROI. Denn ein empathisches Arbeitsumfeld ist der Schlüssel zum Erfolg.


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Diskussionspunkte während des AVIXA-Webinars:

Erwartungshorizont

Einige junge, dynamische Unternehmen verfolgen vielleicht schon flexible Ansätze und wissen genau, was den Talenten von heute wichtig ist. Für etabliertere und traditionellere Unternehmen bedeutet die Umstellung oftmals eine größere Herausforderung, auch wenn den meisten die Notwendigkeit wohl bewusst ist.

Für den erforderlichen Wandel in der Unternehmenskultur gibt es keine Standard-Vorgehensweise.

Jedes Unternehmen muss einen eigenen völlig transparenten Erwartungsrahmen abstecken, an dem sowohl das Unternehmen selbst als auch die Mitarbeiter ablesen können, welche Verantwortung sie tragen und was sie voneinander erwarten können.


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Produktivität messen

Was früher die im Büro verbrachten Arbeitsstunden waren, ist heute in manchen Fällen die Anzahl der Zoom-Meetings – ein sinnloser Versuch, die Produktivität der Belegschaft zu messen, der an der Realität vorbeigeht. Schließlich sind nicht alle Meetings wirklich notwendig, geschweige denn produktiv.

Das Micromanagement von Mitarbeitern sowie ständige Videoanrufe müssen der Vergangenheit angehören.

Auch die traditionelle Form des Meetings muss überdacht werden, denken wir zum Beispiel an Collaboration Spaces außerhalb des Büros, an Gespräche während eines Spaziergangs, im Fitnessstudio oder in einem Café – prinzipiell eignet sich jeder Ort, an dem wir unserer Kreativität freien Lauf lassen können und somit auch produktiv sind.

Um die Besten der Besten anzuwerben und langfristig zu binden, müssen Sie ihnen Vertrauen und Empathie entgegenbringen und die optimalen Voraussetzungen dafür schaffen, dass sie ihre Aufgaben effektiv und eigenverantwortlich erledigen können.

 

Ein hohes Maß an Vertrauen in die eigene Belegschaft zeichnet ein gutes Management aus: Sie haben neue Talente eingestellt, weil sie davon überzeugt sind, dass sie die Besten für die von Ihnen gestellten Aufgaben sind – jetzt müssen sie das auch beweisen dürfen.

Das neue Produktivitätsverständnis muss aber nicht nur der weiterentwickelten Kultur gerecht werden, es muss sich im gesamten Unternehmen widerspiegeln – von der oberen über die mittlere Führungsebene und darüber hinaus.


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Höhere Erwartungen

Als die Arbeit gezwungenermaßen ins Homeoffice verlegt wurde, konnten Sie meist konzentrierter arbeiten und schneller auf E-Mails, Anrufe und Videomeeting-Einladungen reagieren. Ihre Kunden und Kollegen wussten immer, wo Sie waren.

Das schürte natürlich Erwartungen an ein Level der Verfügbarkeit, das in Anbetracht einer baldigen Rückkehr zu Geschäftsreisen und Kundenbesuchen nicht dauerhaft aufrechterhalten werden kann. Dann dürfte es Tage dauern, bis E-Mails abgearbeitet werden, und Aufgaben, die besondere Konzentration benötigen, müssen unter Umständen hintangestellt werden.

Künftig werden Manager und Kollegen ihre Erwartungshaltung anpassen müssen, da Mitarbeiter großen Wert darauf legen, ihre Zeit flexibel zwischen Kundenbesuchen und eher administrativen Tätigkeiten im Homeoffice aufteilen zu können.

Ein Verhältnis von 3:2 wir hier recht häufig gewählt, andere Modelle sind aber ebenfalls denkbar. Oftmals wurde vor der Pandemie in diesen Fällen ein langes Wochenende unterstellt – eine veraltete und taktlose Sichtweise, die es im Zuge der derzeitigen Neuausrichtung der Unternehmen schnellstens loszuwerden gilt.


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Credit: Cherry Beesley - Simply C Photography

Die Verantwortung für das Wohlbefinden der Belegschaft tragen die Arbeitgeber

Arbeitsszenarien außerhalb des klassischen Büro-Setups zu ermöglichen, bedeutet nicht, die Mitarbeiter im Stich zu lassen. Auch in diesen Fällen tragen Unternehmen die Verantwortung für das Wohlbefinden ihrer Belegschaft. Daher sollten sie neben der benötigten Unterstützung auch alle notwendigen Tools bereitstellen, um eine optimale Work-Life-Balance zu ermöglichen.

In diesem Bereich haben wir in Fusion Spaces einen wertvollen Partner gefunden, der kompetente Beratung und Lösungen rund ums Thema Wohlbefinden bei hybriden und flexiblen Arbeitsmodellen bietet.

Zu Fusion Spaces


Auswirkungen auf das Privatleben können Spannungen und Konflikte verursachen.

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Wir alle haben während des Lockdowns unsere ganz eigenen Erfahrungen gemacht und die Zeit unterschiedlich erlebt – manche eher positiv und andere eher negativ. Insgesamt lässt sich aber beobachten, dass die verschwimmenden Grenzen zwischen Arbeits- und Privatleben zu Problemen führen.

Daher ist es wichtig, neue Linien zu ziehen, die sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer respektieren müssen. Durch ein neues Produktivitätsverständnis und flexiblere Arbeitsmodelle können Unternehmen die Herausforderungen in diesem Bereich nach und nach überwinden.

Diskussionspunkte während des AVIXA-Webinars:

Auswirkungen auf das Familienleben

Mehr Zeit für die Familie zu haben ist ein Geschenk und besonders für Kinder von unschätzbarem Wert. Doch gerade für diejenigen, die Arbeit und Homeschooling bzw. Kinderbetreuung unter einen Hut bringen mussten, war der Lockdown eine sehr stressige und herausfordernde Zeit. Während der Distanzunterricht hoffentlich bald der Vergangenheit angehört, wird sich die Arbeit von zu Hause auch in Zukunft auf das Familienleben auswirken, zum Beispiel weil sie Platz benötigt.

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Ebenso wie die Unternehmenswelt musste auch der Bildungssektor verstärkt auf neue Cloud-Plattformen wie MS Teams und Zoom zurückgreifen.

Schüler und Lehrkräfte haben sich mittlerweile so an diese Art der Kommunikation gewöhnt, dass sie auch in Zukunft eine wichtige Ergänzung zum Präsenzunterricht sein kann, nicht zuletzt weil dort Lernmaterialien rund um die Uhr zur Verfügung stehen.

Die Homeoffice-Ausrüstung könnte daher auch von der gesamten Familie für unterschiedliche Zwecke genutzt werden und so dazu beitragen, Arbeits- und Privatleben harmonisch miteinander zu verknüpfen.

Natürlich stellt sich diese Situation nicht für alle gleich dar. Während einige ihr Büro vielleicht in einem separaten Arbeitszimmer einrichten oder sogar im Garten arbeiten können, müssen Unternehmen sich darüber im Klaren sein, dass gerade Berufseinsteiger meist nicht über diesen Luxus verfügen.

In einer kleinen Einzimmerwohnung lässt es sich nicht besonders gut arbeiten, insbesondere wenn der Partner ebenfalls im Homeoffice ist.

Mit flexiblen Modellen können Mitarbeiter im Homeoffice ihre Arbeitszeit so organisieren, dass sich die Familienmitglieder nicht in die Quere kommen. Beispielsweise können sie bei Bedarf auf örtliche Coworking-Spaces ausweichen oder Kundentermine bzw. die Präsenzzeit im Büro so planen, wie es ihnen am besten passt.


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Isolation

Wer alleine wohnt, ist im Homeoffice stärker von sozialer Isolation betroffen. Schließlich kann ein ganzer Tag ohne persönliche Interaktion vergehen.

Dies verleitet möglicherweise dazu, länger zu arbeiten, was sich wiederum negativ auf das körperliche und seelische Wohlbefinden auswirkt.

Die soziale Komponente von persönlicher Zusammenarbeit ist also nicht zu unterschätzen, aber nicht zwingend von der Anwesenheit im Büro abhängig. Den halben Arbeitstag in einem örtlichen Café oder einem Coworking-Space zu verbringen, bietet einen willkommenen Tapetenwechsel und Kontakt zu anderen Menschen.


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Pendelfahrten

Viele nutzen den Arbeits- oder Heimweg zum Nachdenken, zur Entspannung oder um sich mental auf den bevorstehenden Arbeitstag bzw. den Feierabend einzustimmen.

Im Homeoffice fällt diese klare Grenze weg, was es deutlich schwerer macht, nach der Arbeit abzuschalten, sich selbst und der Familie gerecht zu werden oder Zeit zum Entspannen zu finden.

Viele Mitarbeiter möchten aus genau diesem Grund wieder ins Büro zurückkehren, um die für die Work-Life-Balance so wichtige Grenze wiederherzustellen.


Ein optimales Raum- und Technologieangebot fördert neben Produktivität und Wohlbefinden auch eine harmonische Zusammenarbeit.

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Es gibt keine Standard-Lösung, die für alle gilt. Wie bereits erwähnt, gleicht kaum ein Unternehmen, Mitarbeiter oder Szenario dem anderen.

Das Wissen um die verschiedenen Anforderungen und benötigten Tools der jeweiligen Szenarien erfordert einen maßgeschneiderten Ansatz, der alle Beteiligten involviert. Die perfekte Lösung zu finden ist ein Prozess, in den auch die Endanwender aktiv eingebunden werden müssen.

Mehr Informationen zu kollaborativen Lösungen:


Erkenntnisse:

 
  1. Durch neue Freiheiten und die Herausforderungen im Homeoffice entstehen spannende Möglichkeiten für den Einsatz innovativer Technologien, die sich an individuelle Lebensweisen anpassen und für private wie berufliche Zwecke genutzt werden können.
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  3. Unter Berücksichtigung menschlicher Grundbedürfnisse können selbst einfache Dinge wie passende Beleuchtung, Akustik, Möbel und Pflanzen eine harmonische Gesamtumgebung aus Räumlichkeiten und Technologie schaffen, die sich positiv auf die Produktivität auswirkt. Einladende Arbeitsbereiche, in denen die Menschen gerne in Kontakt kommen, Netzwerke ausbauen und ihre Kunden empfangen, sind dabei von entscheidender Bedeutung.
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  5. Da an nahezu jeder Besprechung wahrscheinlich mindestens eine Person virtuell teilnehmen wird, braucht es hochwertiges AV-Equipment für ein optimales Meeting-Erlebnis für alle Beteiligten. Multifunktionale Arbeitsbereiche müssen optimal auf Zusammenarbeit ausgelegt sein und beispielsweise reibungslose BYOD-Szenarien (Bring Your Own Device) für jede Plattform unterstützen.
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  7. Mit intelligenten Analysen können Unternehmen Investitionen an ihre ganz individuellen Anforderungen anpassen, die Effizienz steigern und die Einhaltung pandemiebedingter Sicherheitsmaßnahmen sicherstellen.
 

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Gemeinsam mit unseren Partnern bieten wir bei Sharp/NEC kompetente Beratung für Unternehmen, die neben ihren eigenen Zielen auch die Ziele ihrer Belegschaft im Blick behalten. Als langfristiger Technologiepartner begleiten wir Sie auf diesem Weg und finden auch für Sie die optimale Lösung. Kontaktieren Sie uns noch heute.

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DACH Sales Team
Sharp NEC Display Solutions

Gunnar Kyvik
Business Segment Lead – Meeting & Conferencing, EMEA
Sharp NEC Display Solutions Europe GmbH

Jayne Cox
Director of human wellbeing and free-range consultancy
Fusion Spaces

Michael Cox
Director of technical innovation for wellbeing
Fusion Spaces

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Fraser Park
VP Strategic Alliances
Huddly

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